Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen ziehen an einem Strang

7. Mai 2026

„Wir sind gekommen, um langfristig zu bleiben, denn uns liegt eine gute gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger der Region am Herzen.“ Auf der Strategiekonferenz der Lausitz Klinik Forst und des Diakoniekrankenhauses Naëmi Wilke Guben in der vergangenen Woche erläuterte Prof. Dr. h.c. (BUK) Hans-Ulrich Schmidt die Strategie des Diakonissenhauses Teltow vor leitenden Mitarbeitenden der beiden Krankenhäuser. Er begrüßte weiterhin Gäste aus Politik und Wirtschaft, womit alle Akteure sozusagen an einem Tisch saßen – mit dem gemeinsamen Ziel einer gesicherten und modernen Gesundheitsversorgung in der Region.
Prof. Schmidt ist kaufmännischer Geschäftsführer des Unternehmensverbunds Diakonissenhaus Teltow, zu dem unter anderem sieben Krankenhäuser und drei medizinische Einrichtungen mit mehr als 1.300 Betten plus 51 Sitze für Kassenärzte gehören; darunter die beiden Krankenhäuser in Guben und Forst sowie auch das Lutherstift in Frankfurt/Oder.

Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger, Bürgermeisterin Sabine Taubeneck, Forst, und Bürgermeister Fred Mahro, aus Guben  erfuhren aus erster Hand, wie die Versorgung der immer älter werdenden Bevölkerung bei knappen Ressourcen gelingen kann. Fachkundige  Referenten aus dem brandenburgischen Gesundheitsministerium, der Krankenkasse AOK Nordost und der Medizinischen Universitätsklinik Lausitz – Carl Thiem zeigten Probleme und Lösungen auf. Insgesamt ergab sich für die leitenden Mitarbeitenden ein umfassendes Bild mit guter Perspektive für den Erhalt der Standorte in Guben und Forst.

Ein wichtiges Thema ist die Vernetzung der kleineren Krankenhäuser mit dem Universitätsklinikum in Cottbus. Sebastian Scholl als Beauftragter der Modellregion Gesundheit Lausitz betonte:  „Nicht nur die kleinen, auch die großen Häuser stehen vor großen Veränderungen. Wir nehmen die gemeinsame Verantwortung für die Region wahr und haben uns schon gut mit den Krankenhäusern vor Ort abgestimmt“, erläuterte er. „Als Universitätsmedizin richten wir den Fokus speziell auf die Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung. Wir sind eine Modellregion, in der man vordenken kann und die auf europaweites Interesse stößt, denn hier wird die Gesundheitsversorgung der Zukunft erprobt und erforscht.“

Daran knüpfte Andreas Mogwitz, Geschäftsführer der Krankenhäuser in Forst, Guben und des Lutherstifts in Frankfurt/Oder an.  Um in Zukunft wirtschaftlich sicher agieren zu können, werden wir nicht nur mit der Universitätsklinik kooperieren, sondern in den drei Häusern an Neiße und Oder eng zusammenarbeiten.“ Das Lutherstift ist bereits eine spezialisierte Fachklinik für Geriatrie und auch die Lausitz Klinik Forst legt hier einen Schwerpunkt. Weiterhin werden das Naëmi Wilke Stift Guben und die Lausitz Klinik Forst gemeinsame vier Behandlungszentren bilden:
– Innere Medizin mit Geriatrie und Palliativmedizin,
– Orthopädie, speziell Erkrankungen des Bewegungsapparates,
– Bauchzentrum mit Urologie für die Behandlung der Erkrankungen des Bauchens und der harnleitenden Organe,
– Gefäßchirurgie und Plastische Chirurgie.
Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin werden bereits von einer gemeinsamen Chefärztin geleitet.
Zur wirtschaftlichen Situation der Krankenhäuser sagte Andreas Mogwitz: „Im Gubener Krankenhaus ist es gelungen, nach der überstandenen Insolvenz wieder wirtschaftlich zu arbeiten. In Forst soll das medizinische Angebot der Geriatrie (Altersmedizin) um die geriatrische Rehabilitation erweitert werden, um auch dort nicht nur auf die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft zu reagieren, sondern auch finanziell ein Plus zu erreichen. „Wir sind auf einem guten Weg und in vielem einen Schritt voraus“, blickt er optimistisch in die Zukunft.

„Sie gehen mit der Zusammenarbeit der Standorte und der ambulant-stationären Orientierung genau den richtigen Weg und wir unterstützen Sie dabei“, stellte Michael Zaske, Abteilungsleiter im brandenburgischen Gesundheitsministerium fest. Eine reine stationäre Krankenhausreform reiche allerdings nicht aus.  Es gehe um eine stimmige Gesundheitsreform. „Wir müssen alle Akteure in diesem Bereich betrachten, auch im ambulanten und kommunalen Bereich sowie in der Notfallversorgung. Die flächendeckende Grund- und Notfallversorgung muss gesichert sein. Auch jeder siebente Arbeitsplatz in Brandenburg hängt an der Gesundheit“

Eine echte Systemverbesserung mahnte Marek Rydzewski, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost an. „Wie viel Gesundheit können wir uns noch leisten und wie viel Verschwendung wollen wir uns noch leisten? Wir müssen die Versorgung besser steuern, was in anderen Ländern schon gang und gäbe ist.“ Er richtete einen Appell an die Anwesenden: „Es ist wichtig, dass Patientinnen und Patienten ihre Daten im Gesundheitswesen teilen, damit alle an der Versorgung Beteiligten die Versorgung bedarfsgerecht gestalten können.“ In diesem Zusammenhang werde die AOK Nordost auch in Zukunft ein verlässlicher Partner der Krankenhäuser der Region sein.

Bildtext:
Prof. Hans-Ulrich Schmidt erläuterte die langfristigen Ziele einer modernen Gesundheitsversorgung in der Region.
F.: DNWG/Natalia Kujawa