Stiftung Guben

Die Stiftung

Das Naëmi-Wilke-Stift geht auf eine Privatstiftung des Gubener Hutfabrikanten Friedrich Wilke im Jahr 1878 zurück. Aus dem damaligen kleinen Kinderkrankenhaus mit 14 Betten ist inzwischen ein modernes Krankenhaus für bis zu 151 Patienten geworden, das einen maßgeblichen Pfeiler der regionalen Gesundheitsversorgung darstellt. Daneben vereint die Stiftung heute weitere Angebote mit medizinischem oder sozialem Fokus unter ihrem Dach. Dazu zählen ein Gesundheitszentrum mit mehreren Arzt- und Therapiepraxen, eine Diakonie-Sozialstation, eine Ehe- und Familienberatung und eine Kindertagesstätte.

Als Kirchliche Stiftung in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) ist das Naëmi-Wilke-Stift vom Land Brandenburg anerkannt. Die Stiftung wird vom Vorstand juristisch vertreten und untersteht der Aufsicht der SELK-Kirchenleitung, die diese über Vertreter im Kuratorium der Stiftung wahrnimmt.

Pfarrer Markus Müller
Rektor und Vorsitzender des Vorstands

Andreas Mogwitz
Verwaltungsdirektor

Beatrice Deinert
Qualitätsmanagement

Kontakt
Naëmi-Wilke-Stift
Stiftssekretariat
Dr.-Ayrer-Str. 1-4 | 03172 Guben

Telefon: (03561) 403 160 oder 161 | Telefax: (03561) 403 225
E-Mail: stiftssekretariat@naemi-wilke-stift.de

Hans-Jörg Voigt
Bischof der SELK, Vorsitzender des Kuratoriums

Erik Braunreuther
Kirchenrat der SELK, stellvertretender Vorsitzender

Dr. Matthias Schröter
Verwaltungsdirektor Diakonissenhaus Dresden, als ständiger Stellvertreter

Michael Voigt
Superintendent des Kirchenbezirkes Lausitz der SELK

Carsten Wolter
in Diakoniefragen sachkundiges Gemeindeglied der SELK

Konstantin Eckert
fachkundiger Vertreter aus dem Pfarrbezirk Guben

Kontakt
Kirchenbüro der SELK
Schopenhauerstraße 7 | 30613 Hannover | Postfach 690407
Telefon: (0511) 557 826
E-Mail: selk@selk.de

Stiftung

Zur Geschichte der Stiftung

Friedrich Wilke
Friedrich Wilke

Der Gubener Hutfabrikant Friedrich Wilke (1829-1908) stiftete 1878 ein Kinderkrankenhaus mit 14 Betten. Die Stiftung benannte er nach seiner Tocher Naëmi, die im 14. Lebensjahr an Typhus verstorben war. 1879 kam zur Klinik noch ein Kindergarten hinzu und weitere fünf Jahre darauf ein Diakonissenmutterhaus.

Schwesternschaft 1952

Das erste Diakonissenmutterhaus der Evangelisch-lutherischen (altlutherischen) Kirche beherbergte in seiner Blütezeit bis zu 90 Schwestern. Einige von ihnen riefen nach der deutschen Teilung ab 1945 im hessischen Korbach ein eigenes Diakonissenwerk ins Leben, das bis heute existiert. Die Ära der Gubener Diakonissen endete 2017 mit dem Tod von Schwester Adelheid Hahn, der letzten Diakonisse und Oberin im Ruhestand.

Unter dem Dach des früheren Diakonissenmutterhauses finden sich heute die Krankenhausseelsorge und eine Diakonische Fortbildungseinrichtung, die unter anderem auch die Kontakte zur Diakonie in Polen und Tschechien pflegt.

Im Jahr 1898 kam mit einem weiteren neuen Gebäude eine Behindertenarbeit hinzu, die vier Jahrzehnte lang währte. Mit dem berüchtigten „T4-Programm“ fand diese Arbeit jedoch ein jähes Ende: Von den Nationalsozialisten als „lebensunwertes Leben“ diffamiert, wurden die Kinder und Jugendlichen im Jahr 1940 ermordet. Seit 2006 erinnern mehrere „Stolpersteine“ im Stiftsgelände an dieses unmenschliche Verbrechen.

Stolpersteine
Stolpersteine

Auf Bitten der kommunalen Behörden nahm das Stift nach 1945 neben der Krankenversorgung auch eine Altenpflegearbeit auf und war bis 1995 in diesem Bereich aktiv. Danach übernahm die neu gegründete Diakonie-Sozialstation einen Teil dieser Aufgaben.

Nach den ersten großen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten ab 1990 wurde das Krankenhaus des Stifts mehrfach erweitert. Auf den ersten Bauabschnitt des Klinikneubaus im Jahr 2000 folgte 2004 die Erweiterung der Physiotherapie und drei Jahre darauf die Eröffnung eines zweiten Bettenhauses mit neuem OP-Bereich, Zentralsterilisation und Labor.

Im Jahr 2012 wurde ein weiteres Bettenhaus errichtet. Es folgte ein Krankenhauserweiterungsbau im Jahr 2020.

Im historischen – komplett sanierten – Altbau hat nun das Gesundheitszentrum mit mehreren Arztpraxen und Therapieeinrichtungen sein Domizil.

Anerkennung für soziales Engagement

Friedrich-Wilke-Preis

Mit seiner Stiftung hatte der Fabrikant Friedrich Wilke anno 1878 ein innovatives diakonischen Projekt ins Leben gerufen. Nur zehn Jahre später legte Wilke seine Stiftung in die Hände der damaligen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Preußen (Altlutheraner), deren Rechtsnachfolger heute die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) ist.

Mit dem Friedrich-Wilke-Preis möchte das Naëmi-Wilke-Stift gemeinsam mit der SELK an den großherzigen Stifter erinnern. Der Preis kommt seit 2011 Projekten in Deutschland und in Osteuropa zugute, um der Bedeutung Gubens an einer „Schnittstelle“ zu Osteuropa gerecht zu werden.

Bisherige Preisträger

Dem SOS-Beratungszentrum Cottbus / Spree-Neiße wird für das Projekt „Positive Peerkultur im SOS-Beratungszentrum als Kooperationspartner der Sachsendorfer Oberschule“ in Cottbus der Friedrich-Wilke-Preis 2011 verliehen. Der Preis ist einmalig mit 1.500.- € dotiert. Das Projekt verhilft Schülern eines Stadtquartiers in Cottbus zu einem verbesserten Umgang untereinander und vermindert die Versetzungsgefährdung von Schülern.

Der Slezska Diakonie (Schlesische Diakonie) in Tschechien wird der Friedrich-Wilke-Preis 2011 verliehen für das Projekt CHRPA. Der Preis ist einmalig 2011 mit 1.500.- € dotiert. Mit CHRPA als sozialem Unternehmen in Krnov hat die Diakonie in Tschechien seit 2008 schon 16 behinderte Menschen in den ersten Arbeitmarkt vermittelt. Die Firma produziert hochwertige handbemalte Gegenstände und Wohnaccessoires und vertreibt diese in Tschechien.

Die Jury des Friedrich-Wilke-Preises hat entschieden, dass der Preis 2013 an das Projekt der Kirchgemeinde Dziegielow der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Polen geht. Damit wird ein seit 10 Jahren bestehendes gemeindenahes Projekt ausgezeichnet, das sich der Betreuung von Kindern in einer Grenzregion Polens zur Ukraine und der Slowakei widmet: „Hilfe für arme, kinderreiche Familien in Bieszczady“. Der Preis wird gemeinsam von der SELK und dem Naëmi-Wilke-Stift in Höhe von 2.000 € vergeben.

Mit dem Friedrich-Wilke-Preis wird die Arbeit des Vereins gewürdigt, der seit 2005 mit Sach- und Geldspenden vorrangig in den Ländern Weißrussland und Moldawien Hilfe leistet. Geehrt wird zugleich das jüngste Projekt des Vereins mit der Unterstützung für den Kindergarten in Cneazevca (Fürstenfeld) in Moldawien.

Der Preis 2017 geht an einen ungewöhnlichen Verein, den Kleintierzuchtverein Kerkwitz eV. Der 1947 gegründete Verein hat sich in den zurückliegenden zehn Jahren besonders engagiert, um das vom Bergbau bedrohte Dorf und den dörflichen Zusammenhalt zu erhalten. Der Verein ist Initiator für eine neue Dorfkultur mit zahlreichen Veranstaltungen und der Etablierung eines eigenen Dorfladens. Seit 2017 ist klar, dass das Dorf  erhalten bleibt und eine Zukunft hat. Die Bergbaupläne sind gestoppt.

In diesem Jahr geht der Preis an die Immanuel-Gemeinde Kiel (SELK) für das Projekt „Erzähl-Café“.  An jedem dritten Sonntag im Monat verwandelt ein bewährtes Team der Immanuel-Gemeinde den Gemeindesaal in Kiel-Elmschenhagen mit viel Liebe in ein gemütliches Café. Es gibt selbstgebackenen Kuchen, Kaffee und ein spezielles Thema, dem sich die Besucher widmen, zum Beispiel „Hygge – von unseren dänischen Nachbarn Lebenskunst lernen“. Für viele Menschen ist der Sonntag der einsamste Tag der Woche. Hier leistet das „Erzähl-Café“ gute Dienste, denn es bietet die Möglichkeit, nette Menschen kennenzulernen, miteinander zu klönen und einander zuzuhören. Es wird gesungen und gespielt.

Seit 15 Jahren besteht das „Erzähl-Café“ und so bilden Organisatoren und Besucher eine gute, herzliche Gemeinschaft, die sich auch immer wieder neuen Gästen öffnet.

Freundeskreis des Naëmi-Wilke-Stifts

Seit 1993 begleitet ein bundesweit aktiver Freundeskreis den Weg des Naëmi-Wilke-Stiftes. Darin engagieren sich Menschen, denen die Arbeit des Naëmi-Wilke-Stiftes mit seinen vielfältigen Aufgabenfeldern am Herzen liegt.

Jeder kann Mitglied des Freundeskreises werden. Ein Mitgliedsbeitrag wird nicht erhoben, Spenden sind jedoch ebenso willkommen wie die engagierte Beteiligung an der Arbeit im Freundeskreis.

Einmal jährlich wird der Freundeskreis zum Jahresfest der Stiftung nach Guben eingeladen. Außerdem erhalten alle Freundeskreismitglieder zweimal jährlich Materialien und Freundeskreisbriefe, die sie über die Entwicklung der Stiftung aktuell informieren.

Die Stiftung hat den Zweck, den Dienst christlicher Liebe in der Betreuung kranker und hilfsbedürftiger Menschen … auszurichten und damit in Wort und Tat das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen.

— Satzung des Naëmi-Wilke-Stiftes

Ich habe es längst dafür gehalten und bin durch den Lauf der Welt und meine eigene Erfahrung des immer gewisser geworden, dass es kein wirkliches Unglück gibt, außer dem einen, Gott nicht zum Freunde zu haben.

— Friedrich Wilke 1829-1908

Das sind die Ziele des Freundeskreises:

Die Arbeit der Stiftung überregional bekannt zu machen.
Für die Arbeit dieser diakonischen Einrichtung zu beten.
Für spezielle Projekte der Stiftung finanzielle Mittel einzuwerben.

Vorsitz des Freundeskreises (kommissarisch)
Pfarrer Markus Müller, Rektor

Stiftssekretariat
Dr.-Ayrer-Str. 1-4 | 03172 Guben
Telefon: (03561) 403 160 | Telefax: (03561) 403 225
E-Mail: freundeskreis@naemi-wilke-stift.de

Kerstin Kaiser
Fundraisingbeauftragte (Spendenstelle)

Dr.-Ayrer-Str. 1-4 | 03172 Guben
Telefon: (03561) 403 220 | Telefax: (03561) 403 225
E-Mail: wirtschaft@naemi-wilke-stift.de

Spendenkonto:

Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank)
IBAN DE 78 350 601 900 000 0014 14
BIC GENODED1DKD

Spendenbescheinigungen werden gern auf Wunsch ausgestellt.