Eisglatter Start ins Leben – erste Geburt im Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben seit 25 Jahren

26. Januar 2026

Ganz zufrieden in eine dicke Decke gekuschelt liegt der kleine Kiran im Arm seiner Mutter Cindy Kunze. Ein süßes Lächeln auf den Lippen. Sein Start ins Leben war hingegen alles andere als entspannt.

 

Gestern Nacht um 22 Uhr war der Gubenerin klar, jetzt geht es los und zwar schnell. Ihr Mann rief den Rettungsdienst an, der unterwegs schon feststellte: es ist wahnsinnig glatt. Wir kommen aus Guben nicht heraus. Das Gubener Krankenhaus hat zwar keine Geburtenstation mehr, war jedoch selbstverständlich bereit, in der Zentralen Notaufnahme die qualifizierte, medizinische Versorgung zu leisten.

 

Oberärztin Myroslava Gryskova erzählt: „Wir haben noch versucht, einen Transport nach Cottbus zu organisieren – die Bundeswehr, der Hubschrauber – alle konnten nicht kommen. Selbst für eine Hebamme gab es keine Möglichkeit. Wir hatten schon Mühe, die werdende Mutter aus dem Rettungswagen in die Notaufnahme zu bekommen. So glatt war es. Also haben wir ein Ärzteteam zusammengestellt. Zusammen mit mir waren das der Chefarzt Chirurgie Oleksandr Reznikov, der Bereitschaftsarzt Artsiom Dobysh, und der Anästhesist Philipp Humbsch. Hinzu kam noch der glückliche Zufall, dass mit Olga Bojahra eine Kinderkrankenschwester in der Notaufnahme Dienst hatte. Wir haben dann telefonisch Kontakt zur Gynäkologie und zum Kinderarzt im Klinikum in Cottbus aufgenommen und uns fachlich beraten.“

 

Bei aller Aufregung im Vorfeld verlief die Geburt schnell und komplikationsfrei. Um 02:46 Uhr am heutigen Tag erblickte Kiran das Licht der Welt. Und auch wenn die Geburt gut eine Woche früher als geplant von statten ging, wiegt er doch schon 2.980 Gramm und ist 49 Zentimeter groß. Baby Kiran ist das sechste Kind von Cindy Kunze, die insofern weitaus mehr Erfahrung einbrachte, als die Ärzte. „Für alle im Team war es die erste Geburt. Abgesehen von den eigenen Kindern“, berichtet Oberärztin Gryskova.

„Und alle haben sich sehr gefreut, als die Geburt geschafft war, und waren unglaublich herzlich, Ärzte und Schwestern“, bestätigt Cindy Kunze. „Wie gut, dass es das Krankenhaus in Guben gibt.“ Sie und Kiran verlassen heute schon das Krankenhaus, zuhause warten der Papa und die Geschwister.

 

Die Geburtenstation im Gubener Krankenhaus wurde 2000 geschlossen. Nach über 25 Jahren ist nun also wieder ein echter Gubener im Krankenhaus geboren. “Diese Situation war eine von vielen, die zeigen, wie wichtig Krankenhausstandorte in der Fläche sind. Auch wenn die Einrichtungen zukünftig ihr Aussehen und ihr Versorgungsangebot verändern werden”, stellt Geschäftsführer Andreas Mogwitz abschließend fest.