Naemi-Wilke-Stift Guben
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Naemi-Wilke Stift Guben
Mai09

Zwischenbilanz zum Thema: EU – ein Friedensprojekt

Veröffentlicht: 09. Mai 2019

Dr. Justus Werdin

Am 8. Mai war das Naëmi-Wilke-Stift Gastgeber für die Gesprächsreihe: „Gubener Gespräche – Kirche findet Stadt“. Verwaltungsdirektor Gottfried Hain begrüßte als Referenten Dr. Justus Werdin, der in Guben, direkt an der Neiße aufgewachsen ist. Heute arbeitet Dr. Werdin als Osteuropareferent des Berliner Missionswerkes.

Dr. Werdin zog auf ganz unerwartete Weise sehr persönlich Zwischenbilanz nach 15 Jahren gemeinsamer EU-Mitgliedschaft von Deutschland und Polen.

Schon als Kind war ihm der Blick über die Neiße nach Polen vertraut. Mit 18 Jahren begab er sich auf abenteuerliche Entdeckungsreise ins Nachbarland. Danach lernte er polnisch, um mit den Nachbarn von Mensch zu Mensch auf Augenhöhe sprechen zu können.

Er sieht die gemeinsame Mitgliedschaft in der EU und die Entwicklung der beiden Länder als ein großes erfolgreiches Friedensprojekt. Gerade durch seine engen weitverzweigten menschlichen Kontakte spüre er aber auch, dass es noch viele Tabus gebe, über die man nicht gemeinsam spreche und die auch in den Medien überhaupt nicht aufgenommen würden.  

Zudem erinnerte er an die These des polnischen Erzbischofs Henryk Józef Muszyński, dass es Versöhnung zwischen Polen und Deutschen nur mit den Juden gebe und dass es Versöhnung mit Deutschen und Juden nur mit den Polen gebe und dass es Versöhnung mit Polen und Juden nur mit den Deutschen gebe.  

Vor allem machte Dr. Werdin Mut, das persönliche Gespräch mit den polnischen Nachbarn im täglichen Leben zu suchen und das Leben zu teilen.