Naemi-Wilke-Stift Guben
©
Naemi-Wilke Stift Guben
Mär19

Naemi-Wilke-Stift als Mitglied in den Verband freikirchlicher Diakoniewerke (VfD) aufgenommen

Veröffentlicht: 19. März 2019

Schwarzwälder Kirschtorte durfte nicht fehlen. Foto: NWs

Vom 12.-13.03.2019 fand in Freudenstadt (Schwarzwald) die Jahrestagung des Verbandes freikirchlicher Diakoniewerke (VfD) statt. Auf der Tagesordnung stand unter anderem auch die Aufnahme von zwei neuen Mitgliedern, dem Naemi-Wilke-Stift, das der Selbständigen Ev.-Luth. Kirche (SELK) zugeordnet ist, und der Herrnhuter Diakonie, einem Unternehmen der Brüderunität.

Der Verband Freikirchlicher Diakoniewerke schaut bereits auf eine mehr als 40-jährige Geschichte zurück. Er ist als Zusammenschluss diakonischer Einrichtungen einiger Freikirchen entstanden, die zumeist der Diakonissenmutterhaustradition entstammten. Es waren Einrichtungen aus dem Bereich der Ev.-methodistischen Kirche (EmK), des Bundes ev. Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) und des Bundes freier ev. Gemeinden (BFEG).  

Der Verband ist anerkannter Fachverband im Ev. Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE) und gehört zur Fachverbandskonferenz auf Bundesebene. Er ist zugleich Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft ev. Kirchen für Diakonie und Entwicklung (AeK), dem Zusammenschluss aller Frei- und altkonfessionellen Kirchen, die Mitglied im EWDE sind.  

Auf Anregung aus der AeK ist der Verband gebeten worden, seine Satzung dahingehend zu erweitern, dass auch diakonische Einrichtungen anderer Freikirchen mit aufgenommen werden können, die Mitglied in der AeK sind. Dies ist 2018 mit einer Satzungsänderung erfolgt, die nun eine Aufnahme weiterer Mitglieder möglich gemacht hat.   Einstimmig sind im Rahmen der auf der Jahrestagung stattfindenden Mitgliederversammlung, die beiden diakonischen Einrichtungen aus der SELK und der Herrnhuter Brüderunität aufgenommen worden. Außerdem wurden die Evangelisch-Freikirchliche Beratungsstelle Hamburg und der neugegründete Albertinen-Konvent e.V. Hamburg aufgenommen. Damit gehören dem VfD nun 46 diakonische Trägereinrichtungen an mit mehr als 20.000 Beschäftigten.  

Die Jahrestagung 2019 stand unter dem Thema „Soziale Risiken nehmen zu“ – Trend 4 des Strategieprozesses der Diakonie Deutschland.Das Thema ist durch verschiedene Referenten vertieft worden.

„Wenn die Politik nicht solidarisch handelt, dann wird es auch in der Gesellschaft schwieriger für Solidarität einzutreten.“ Das machte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, vor über 40 Teilnehmern deutlich. Kaufmann wies auf einen klaren Zusammenhang von politischen Entscheidungen und ehrenamtlichem Engagement hin. Viele Ehrenamtliche seien frustriert, weil Prozesse lange dauern, etwa wenn es um die Vermittlung einer Lehrstelle für Migranten gehe und um die erforderliche Arbeitserlaubnis. „Deshalb muss Diakonie hinsehen und hier Zeichen setzen, weil alle dazugehören. Vielfalt und Teilhabe sind wichtig für ein gelingendes Leben und auch eine bleibende Aufgabe“, so Kaufmann weiter.  

Dies bestätigte auch der örtliche Landrat Dr. Klaus Michael Rückert. Im nördlichen Schwarzwald nähmen Altersarmut, der Bedarf an Pflege oder sozialer Betreuung von Kindern zu, jedoch nicht so stark wie im Bundestrend. „Unsere Aufgabe ist es, früh dagegenzuwirken und soziale Risiken abzufedern, damit sie nicht wachsen“, sagte der CDU-Politiker. Zugleich dankte Rückert den kirchlichen Trägern in seinem Landkreis für ihr wichtiges soziales Engagement. Dazu gehört auch das methodistische Diakoniewerk Martha-Maria, das in Freudenstadt den Gesundheitspark Hohenfreudenstadt mit Klinik und Hotel betreibt.

Was diakonische Träger im freikirchlichen Verband zur Minimierung sozialer Risiken beisteuern können, verdeutlichte der Diakoniewissenschaftler und Sozialtheologe Professor Dr. Ralf Dziewas von der Theologischen Hochschule Elstal bei Berlin. Mit Bezug auf das Alte Testament sollten Menschen vor sozialen Risiken geschützt werden. Übertragen auf heute bedeute dies: „Soziale Teilhabe für alle, gesicherte Rechte statt Abhängigkeit, gleichwertige Lebensbedingungen und ein inklusives Gemeinwesen.“ Gerade in der Gestaltung lokaler Sozialräume sollten sich Kirchen zusammen mit anderen Partnern vor Ort einbringen, forderte Dziewas.

Die Mitgliederversammlung wählte einstimmig den Methodistenpastor Frank Eibisch, Geschäftsführer der diakonischen Gesellschaft „edia.con“ Leipzig, zum neuen Vorsitzenden. Der 54-Jährige folgt Andreas Cramer, Direktor und geschäftsführender Vorstand des Diakoniewerks Martha-Maria (Nürnberg), der nach zwölf Jahren altersbedingt aus dem Amt scheidet. Cramer hatte entscheidend dazu beigetragen, dass der Verband freikirchlicher Diakoniewerke e.V. die diakonische Plattform aller kleinen Kirchen ist und diese im Evangelischen Werk Diakonie und Entwicklung gut vertreten sind.

Die nächste VfD-Jahrestagung findet am 3. und 4. März 2020 in Essen statt.

(PM unter Nutzung einer PM des VfD) Stefan Süß