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Okt23

Konferenz Diakonie und Entwicklung beendet

Veröffentlicht: 23. Oktober 2018

Mitgliederversammlung des Ev. Werkes für Diakonie und Entwicklung beschäftigte sich u.a. mit der Zukunft der Demokratie und der Entwicklung der Zivilgesellschaft

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kreuzberger St. Simeons-Kirche wurde die Konferenz Diakonie und Entwicklung eröffnet, die am 17. und 18. Oktober in Berlin stattgefunden hat. Die Konferenz Diakonie und Entwicklung ist das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung (EWDE), zu dem die Diakonie Deutschland, Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe gehören. Die Konferenz beschließt über allgemeine Grundsätze der diakonischen Arbeit sowie der Entwicklungsarbeit und der Humanitären Hilfe.  

In seiner Predigt betonte Bischof Markus Dröge (Berlin) als Vorsitzender des Aufsichtsrates, dass Kirche und Diakonie nicht darin nachlassen dürfen, „das Recht auf Nahrung, auf Bildung, auf Gesundheitsversorgung, auf Heimat, auf körperliche und seelische Unversehrtheit, auf Inklusion für alle Menschen im Blick zu behalten. Denn Menschenrecht und Menschenwürde sind der Schlüssel dazu, unsere Demokratie zukunftsfähig zu machen. Es ist unsere Aufgabe, unermüdlich die Stimme der Gerechtigkeit zu erheben und dem Schrei der Entrechteten ein Echo zu geben.“  

Hintergrund der thematischen Arbeitseinheit der Konferenz „Die Zukunft der Demokratie und die Rolle der Zivilgesellschaft“ am 18. Oktober sind die weltweit zunehmenden Angriffe auf die Grundlagen der Demokratie. In vielen Ländern geraten elementare demokratische Errungenschaften unter Druck. Die Zahl der Demokratien ist erstmals seit Jahrzehnten im Rückgang begriffen. Selbst in den demokratischen Staaten des Westens, Deutschland eingeschlossen, wenden sich mehr Menschen von den demokratischen Institutionen ab. Die Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien sind ein Indiz für einen solchen Stimmungswandel. Mit dem Demokratieabbau schwindet auch der zivilgesellschaftliche Handlungs- und Wirkungsraum. Zivilgesellschaftliche Organisationen werden in vielen Teilen der Welt zunehmend in ihrer Arbeit behindert, Menschenrechtsverteidiger werden bedroht oder verhaftet.  

Die 112 Delegierten befassten sich damit, welche Aufgaben daraus für Kirche, Diakonie und kirchliche Entwicklungsarbeit erwachsen und  wie die Zivilgesellschaft als Fundament einer lebendigen Demokratie gestärkt werden kann.  

In das Thema führten ein: Maina Kiai (Nairobi), ehemaliger Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit und Professorin Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform. An der anschließenden Diskussion nahmen auch der evangelische Theologie-Professor Reiner Anselm von der Ludwig-Maximilian-Universität München teil.  

Auf der Tagesordnung des ersten Konferenztages (17. Oktober) standen neben den Berichten von Vorstand, Aufsichtsrat und Ausschüssen der Jahresabschluss des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung 2017 sowie die Genehmigung des Wirtschaftsplanes  für das Jahr 2019.  

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung gratulierte der UN-Sonderbotschafterin Nadia Murad und dem Arzt Denis Mukwege zur Verleihung des Friedensnobelpreises als Auszeichnung ihres Einsatzes gegen sexuelle Gewalt als Waffe in Kriegen und bewaffneten Konflikten. „Es ist ein wichtiges Zeichen und eine große Ermutigung für all diejenigen, die gegen sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt kämpfen und sich so für eine Entwicklung zu Frieden und Gerechtigkeit in ihren Ländern einsetzen“, sagte Pfrn. Angelika Weigt-Blätgen, die Vorsitzende der Konferenz.  

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung appellierte an die Bundesregierung, alle Außenbeziehungen an einer menschenrechtsorientierten Politik auszurichten. Es muss zudem sichergestellt werden, dass politische Entscheidungen auf deutscher oder europäischer Ebene die Menschenrechte und Handlungsräume der Zivilgesellschaft in anderen Ländern nicht negativ beeinflussen. „Kirchen, Diakonie und Entwicklungszusammenarbeit sehen sich gefordert, die globalen und gesellschaftlichen Umwälzungen mit zu gestalten und die Menschen dabei zu begleiten“, erinnerte Pfrn. Angelika Weigt-Blätgen. Ziel sei es, Teilhabe aller, Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit, Schutz der Menschenrechte und die Ablehnung jeder Form von Diskriminierung zu wahren bzw. durchsetzen zu helfen. „Nur so kann geholfen werden, dass die Globalisierung die soziale Kluft weltweit nicht weiter vertieft und die natürlichen Ressourcen nicht weiter zerstört“, heißt es in der Erklärung der Konferenz zur Zukunft der Demokratie und der Rolle der Zivilgesellschaft. „Daher setzen sich Diakonie und Brot für die Welt für eine lebendige Demokratie und eine nachhaltige, inklusive Entwicklung ein“, ergänzte Pfr. Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland und Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung.  

Die Delegierten kritisieren, dass zivilgesellschaftliche Organisationen in vielen Teilen der Welt zunehmend in ihrer Arbeit behindert, Menschenrechtsverteidiger bedroht oder verhaftet würden. Die Konferenz bekräftigte daher, wie wichtig es sei, die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen zu stärken.  

Die SELK ist eine der Kirchen, die das EWDE mittragen und wird in der Mitgliederversammlung sowie im Aufsichtsrat und im Geschäftsführenden Ausschuss des Aufsichtsrates durch den Rektor des Naemi-Wilke-Stiftes in Guben, Pfr. Stefan Süß, vertreten.  

(Die PM nutzt die offiziellen Verlautbahrungen des EWDE zur Konferenz.)