Naemi-Wilke-Stift Guben
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Jul27

5 Jahre SAPV in der Diakonie-Sozialstation

Veröffentlicht: 27. Juli 2018

SAPV-Team der Sozialstation

Zuhause, in der vertrauten Umgebung bleiben können bis zur letzten Stunde, das wünschen sich viele schwerstkranke Menschen. Doch dieser letzte Wunsch weckt auch Ängste bei ihnen und den Angehörigen. Wer hilft mir, wenn ich unerträgliche Schmerzen habe, wenn ich keine Luft mehr bekomme, wenn es zu Ende geht? Halten meine Angehörigen das aus? Die Probleme scheinen unüberwindlich.

All diese Ängste und Fragen sind den Schwestern der Speziellen Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) gut bekannt. Seit fünf Jahren pflegen Schwester Manja Hergt und ihr Team von der Diakonie-Sozialstation des Naemi-Wilke-Stifts schwerstkranke Patienten und begleiten sie bis zu ihrem Tod. Sie lindern das körperliche und seelische Leid, umsorgen sie und geben ihnen Wärme und Geborgenheit auf dem letzten Weg des Lebens. Auch wenn eine Krankheit nicht mehr heilbar ist und die Lebenserwartung begrenzt ist, so kann für die Betroffenen noch sehr viel getan werden, damit es ihnen in der verbleibenden Zeit gut geht und sie dort bleiben können, wo sie sich am wohlsten fühlen.  

Ganz wichtig ist dabei die gute Zusammenarbeit mit der Familie der Betroffenen. Auch sie benötigt fachkundige Unterstützung. „Die Sorge der Angehörigen, es nicht zu schaffen, ist am Anfang groß“, weiß Schwester Manja Hergt. Viele Fragen sind zu beantworten. „Wir bestärken die Angehörigen, den Wunsch der Kranken zu erfüllen. Ganz wichtig ist für alle, dass wir rund um die Uhr erreichbar sind. Unser Notfalltelefon ist immer besetzt. Das gibt den Kranken und den Familien eine große Sicherheit. Und natürlich fahren wir jederzeit zu den Patienten, wenn wir benötigt werden – am Tag und in der Nacht.“  

Das Schwesternteam arbeitet in Guben eng mit den zwei Palliativärzten Dipl. med Ruchi Kassem und Frau Karen Pape-Würpel zusammen. Es bedarf einer speziellen Qualifikation der Pflegenden, damit die Betroffenen in Würde und ohne Schmerzen ihre letzten Tage verleben können. Sowohl die Ärzte, als auch die sechs Palliativ-Schwestern der Diakonie Sozialstation verfügen über eine Zusatzqualifikation „Palliativmedizin“ beziehungsweise „Palliativpflege“.  

Diese Hilfe kann jeder in Anspruch nehmen, der an einer nicht heilbaren Krankheit mit begrenzter Lebenserwartung leidet und der deshalb einer besonderen Versorgung bedarf. Es besteht ein gesetzlicher Anspruch auf die spezielle ambulante Palliativversorgung.  

Die intensive Betreuung der Patienten erfordert viel Kraft von den Schwestern, ist aber auch eine sehr befriedigende Arbeit. In Fallbesprechungen mit den Ärzten und in Gesprächen untereinander verarbeiten die Palliativschwestern ihre Erlebnisse. Die eigene psychische und physische Stabilität ist für diese Aufgabe unerlässlich. Für die Leiterin der Diakonie-Sozialstation Manja Hergt ist die Pflege und Begleitung der Schwerstkranken nicht nur Beruf, sondern Berufung. „Es ist die dankbarste Arbeit, die ich mir denken kann.“      

Zusätzliche Fakten: 2013 betreute die Diakonie-Sozialstation 12 schwerstkranke Patienten. Der Bedarf steigerte sich kontinuierlich. 2017 waren es 95 Patienten, die gepflegt wurden. Die Patienten litten meist unter Krebserkrankungen. Die Pflege erfolgte überwiegend in der eigenen Häuslichkeit. Einen Anspruch auf SAPV-Leistungen haben aber auch Bewohner von vollstationären Einrichtungen beziehungsweise Heimen.  

Kontaktdaten:
Diakonie Sozialstation im Naemi-Wilke-Stift Guben
Ansprechpartnerin: Schw. Manja Hergt, Leiterin
Dr.-Ayrer-Straße 1 – 4
03172 Guben
Tel. 03561 / 403 157 bzw. 0160 97 21 34 94
E-Mail: sozialstation@naemi-wilke-stift.de