Naemi-Wilke-Stift Guben
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Naemi-Wilke Stift Guben

Geschichte

 
Naemi Wilke

Das Naemi-Wilke-Stift von 1878 bis heute

Das Naemi-Wilke-Stift ist als Privatstiftung des Gubener Hutfabrikanten Friedrich Wilke (1829-1908) im Jahr 1878 gegründet worden. Die Stiftung ist nach Naemi, der Tochter der Wilkes benannt, die im Alter von knapp 14 Jahren an Typhus starb und damit diese Stiftung ausgelöst hat. 1879 kam zum 14-Betten-Kinderkrankenhaus ein Kindergarten hinzu. 1884 wurde ein Diakonissenmutterhaus Kaiserswerther Prägung eröffnet. 1888 wurde die Stiftung juristisch verselbständigt und der Aufsicht des Oberkirchenkollegiums (Kirchenleitung) der Ev.-luth. (altluth.) Kirche unterstellt.

 
Stolpersteine

Seit 1898 gab es – in einem eigens dafür errichteten Zweckbau – eine Behindertenarbeit. Im Rahmen des T4-Programms zur Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ (ab 1939) in der Zeit des Nationalsozialismus kam die Behindertenarbeit im Mai 1940 durch Ermordung der Kinder und Jugendlichen zum Erliegen. Im Jahr 2006 wurden in Erinnerung an diese Untat Stolpersteine im Stiftsgelände verlegt.

 
Krankenhaus (1903)

Nach dem zweiten Weltkrieg begann die Stiftung auf Bitten kommunaler Behörden mit einer Altenpflegearbeit, die bis 1995 weitergeführt werden konnte. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 erweiterten sich auch die Aufgabenfelder. 1992 hat die Stiftung das bis dahin kommunale Krankenhaus Gubens in seine Trägerschaft übernommen und weitere Arbeitsfelder neu erschlossen.

 
Krankenhaus (2000)

In den Jahren seit 1990 sind die Gebäude der Stiftung innen und außen renoviert worden. Am 03.10.2000, am 10. Jahrestag der Deutschen Einheit ist der erste Bauabschnitt eines Krankenhausneubaus eingeweiht worden.

2003/2004 ist als Erweiterung der Physiotherapie eine Hydrotherapie errichtet worden. Im Jahr 2007 konnte das zweite Bettenhaus eingeweiht werden zusammen mit einem komplett neuen OP-Bereich, der Zentralsterilisation und dem Labor.

2012 ist der dritte Bauabschnitt des Krankenhauses in Betrieb genommen worden. Damit verfügt die Stiftung nun über ein komplett neu gebautes Krankenhaus. Der historische Altbau des Krankenhauses beherbergt seither Arztpraxen der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft.

In dem stiftseigenen Dokumentarfilm „Sonne und Schild“ sind Geschichte und heutige Aufgabenfelder aktuell dargestellt.

Die Arbeitszweige der Stiftung heute umfassen folgende Fachbereiche:

  • Krankenhaus der Stiftung hat derzeit 151 Planbetten in vier bettenführenden Abteilungen und Bereichen:
    • Anästhesiologie mit Intensivmedizin
    • Chirurgie
    • Innere Medizin
    • Orthopädie
  • Diakonissenmutterhaus
  • Kindergarten mit Kinderkrippe und Eltern-Kind-Gruppe
  • Erziehungs- und Familienberatungsstelle mit Ehe-, Paar- und Lebensberatung
  • Schule für Gesundheits- und Krankenpflegehilfe
  • Diakonie-Sozialstation
  • Netzwerk Gesunde Kinder
  • Medizinische Einrichtungsgesellschaft mbH mit:
    • Arztpraxen
    • Logpädischer Praxis
    • Ergotherapeutischer Praxis
    • Physiotherapie mit Hydrotherapie