Bei schönstem Sonnenschein fließt die sonst eher träge Neiße wie ein reißender Strom. Nur wenige 100 Meter hinter dem Naemi-Wilke-Stift sichert bisher der Damm das Stiftsgelände vor eindringendem Wasser. Die Pegelstände seit dem frühen Morgen bewegen sich um 6.27 m in extremer Höhe. Ab 6.40 m würde die höchste Stufe des Katastrophenalarms ausgelöst werden.
Bisher sind die Einrichtungen der Stiftung verschont geblieben vor einer eventuellen Evakuierung insbesondere des Krankenhauses. Die Stiftsleitung steht in ständigem Kontakt mit dem Katastrophenstab des Landkreises. Der Bürgermeister der Stadt Guben sowie der Landrat des Landkreises Spree-Neiße haben sich jeweils persönlich nach der Lage vor Ort im Stift erkundigt.
Zur Zeit hoffen wir mit vielen Gubener Bürgern, dass bei sinkendem Pegelstand die Dämme halten, die mittlerweile durchfeuchtet sind. Sickerwasser und erhöhtes Grundwasser betreffen Gartenanlagen direkt am Damm. Südlich von Guben ist ein Damm gebrochen. Das Wasser hat dabei glücklicherweise nur Brachland überflutet. Bisher sind keine Menschenleben in der Region zu beklagen.
Das erwartete Hochwasser der Neiße hat die Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei und des Technischen Hilfswerkes frühzeitig mobilisiert. Sofern die Dämme halten, besteht für die Stiftung und ihre Arbeit keine Gefahr, da mit weiterer Abnahme der Pegelstände im Verlauf dieses Tages zu rechnen ist.