Ceslaw Santarius, Direktor der Schlesischen Diakonie in Tschechien hat zusammen mit seiner Frau vom 09.-10.08.2010 das Naemi-Wilke-Stift besucht. Er befindet sich derzeit auf einer Tour durch Deutschland und besucht Partnereinrichtungen in Deutschland, die in den letzten 20 Jahren beim Aufbau der Diakonie in Tschechien geholfen haben. Santarius ist der Begründer der Diakonie 1990.
Die diakonische Tradition und Kultur in Tschechien ist weitaus älter. Erste Einrichtungen sind durch Pfarrer Jan Kulisch im Teschener Schlesien bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnet worden. In der Zeit der sozialistischen tschechischen Republik sind in den 60er Jahren sämtliche Sozialeinrichtungen der Kirchen verstaatlicht worden. Erst mit der Änderung der politischen Verhältnisse konnte deshalb mit der diakonischen Arbeit neu begonnen werden. Heute gehören ca. 400 Mitarbeitende in 50 Einrichtungen zur Schlesischen Diakonie, die ca. 2000 Menschen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern betreuen.
Santarius ist von Beginn an Direktor der Schlesischen Diakonie und hat in 20 Jahren sein Lebenswerk geschaffen. Im November 2010 wird er in den Ruhestand verabschiedet. Der rastlose Direktor aber denkt privat nicht an Ruhestand. Er plant bereits sein nächstes Projekt, den Aufbau eines Museums zur Geschichte des Protestantismus im Teschener Land.
Der Stiftsvorstand des Naemi-Wilke-Stift hatte die Gäste zu einem gemeinsamen Abendessen nach Neuzelle bei Guben eingeladen. Dabei wurden auch Erinnerungen ausgetauscht über die vielen Begegnungen in den zurückliegenden 10 Jahren. Das Naemi-Wilke-Stift hatte im Jahr 2000 erste Kontakte aufgenommen und damals nicht mehr benötigtes Krankenhausinventar der Schlesischen Diakonie für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt. Seither gibt es jährliche Begegnungen in Studienfahrten von Mitarbeitenden aus Guben oder aus Tschechien ins jeweils andere Land zur Besichtigung und zum Kennenlernen der unterschiedlichen diakonischen Arbeitsfelder. Außerdem packen die Mitarbeitenden der Stiftung in Guben zusammen mit weiteren Partnern jährlich über 100 Weihnachtspakete, die die Schlesische Diakonie an ihren Standorten an benachteiligte Kinder verteilt. Inzwischen hat die Schlesische Diakonie dese Idee aufgegriffen und organisiert derartige Weihnachtsaktionen für die soziale Arbeit in der Ukraine.
Santarius und seine Frau reisen am 10.08.2010 weiter nach Lemgo und Bielefeld zu anderen deutschen Partnern der Diakonie. Anfang November wird in Cesky Tesin, dem Sitz der Schlesischen Diakonie im Rahmen einer internationalen Fachtagung auch der Wechsel im Amt des Direktorates erfolgen. Dazu werden dann auch Mitglieder des Stiftsvorstandes aus Guben reisen.