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Okt26

Ambulanter Hospizdienst in Guben

Veröffentlicht: 26. Oktober 2011
 

Ambulanter Hospizdienst

Obwohl die meisten Menschen am liebsten zu Hause im Kreise der Lieben sterben würden, sieht die Realität anders aus: Rund 55 Prozent der Menschen sterben in Krankenhäusern, 30 Prozent in Alten- und Pflegeheimen und lediglich 10 Prozent zu Hause.

Für Angehörige scheint es oft nicht realisierbar zu sein, einen Schwerstkranken im häuslichen Umfeld zu betreuen. Nach z. B. einer Entlassung aus dem Krankenhaus mit der Diagnose unheilbar, entsteht meist eine plötzliche Flut von ungeahnten Anforderungen. Wunsch und Realität scheinen unvereinbar zu sein. Und doch gibt es für den ambulanten, häuslichen Bereich Möglichkeiten der Versorgung. Vor einer Entlassung aus dem Krankenhaus werden Sie vom Sozialen Dienst beraten. Auch Krankenkassen und Pflegestützpunkte sind eine Anlaufstelle.

Als Ergänzung des Angebotes von Pflegediensten, Wohlfahrtsverbänden und anderen sozialen Einrichtungen gibt es im ambulanten Bereich für solche Situationen ehrenamtliche ambulante Hospizdienste. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige. Sie bringen Zeit mit für Gespräche, Dasein, Hinhören, auch Schweigen und helfen, den Alltag zu erleichtern. Dabei gehen sie auf ganz persönliche Wünsche und Bedürfnisse ein, um die letzte Lebenszeit mit Leben zu füllen. Die regelmäßigen Besuche der ehrenamtlichen Mitarbeiter sind oft eine wertvolle Hilfe für Angehörige und Freunde, die Entlastung brauchen, um sich auch um sich und wichtige Angelegenheiten kümmern zu können. Für diese Begleitungen werden die Mitarbeiter sorgfältig und sehr intensiv vorbereitet. Die Begleitung ist für Betroffene und Angehörige kostenlos. Die Zusammenarbeit mit Pflegediensten, Ärzten und Mitarbeitern anderer sozialer Berufsgruppen ist wichtiger Bestandteil der Betreuung von Menschen in der letzten Lebenszeit.

Eine hauptamtliche Koordinatorin ist verantwortlich für die Organisation und Durchführung der Schulung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, für die Gruppenarbeit, Supervisionen und die weitere Fortbildung. Sie ist Ansprechpartnerin für die Begleiterinnen und Begleiter, sie führt Erst- und Beratungsgespräche mit den Kranken und ihren Familien, sie koordiniert die Einsätze. Dieses Angebot soll nun auch in Guben wachsen. Da sich Gubener Bürger mit der Bitte um Hilfe an den ambulanten Hospizdienst Eisenhüttenstadt in Trägerschaft der Johanniter gewendet haben, hat dieser Kontakt zum Naemi-Wilke-Stift aufgenommen. Hier wurde durch Pfarrer Wroblewski bereits mit der Schulung ehrenamtlicher Sterbebegleiter begonnen. Im Gespräch mit dem Vorstand des Stiftes entwickelte sich die Idee zur Zusammenarbeit.

Ein ab Januar geplanter Qualifikationskurs zum „Ehrenamtlichen Hospizhelfer“ in Guben dauert ca. 6 Monate und umfasst insgesamt 80 Zeitstunden.

Wer sich für die ehrenamtliche Mitarbeit im ambulanten Hospizdienst der Johanniter und den Kurs interessiert, ist herzlich eingeladen zu einer Informationsveranstaltung am 2.11.2011 um 19:00 Uhr in den Konferenzraum des Naemi-Wilke-Stiftes. Der Eintritt ist selbstverständlich kostenfrei. Über vorherige Anmeldung würden sich die Organisatoren sehr freuen. Telefon 03561/403 160, Fax 03561/403 225, E-Mail: stiftssekretariat@naemi-wilke-stift.de