Naemi-Wilke-Stift Guben
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Dez21

25 Jahre Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Naemi-Wilke-Stiftes

Veröffentlicht: 21. Dezember 2017

Eröffnung des Fachtages durch Pfarrer Süß

Vor 25 Jahren, am 22.12.1992, wurde die Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Naemi-Wilke-Stifts offiziell eröffnet. Seither wandten sich weit über 3000 Familien an die Beratungsstelle und erhielten Beratung und Unterstützung in vielfältigen Fragen von Kindererziehung, Familie und Partnerschaft.

Anlässlich dieses Jubiläums richtete die Beratungsstelle am 24.11.2017 einen Fachtag aus zu dem Thema: „Gelingende Beziehungen – Die Rolle der Bindung für das Verhalten von Kindern und Jugendlichen: Warum es manchmal schwierig ist“.

43 Fachkräfte aus der Jugendhilfe, aus pädagogischen, schulischen, psychosozialen Projekten und Institutionen in Guben und Umgebung, nahmen an der Veranstaltung im Lesecafé des Naemi-Wilke-Stiftes teil.  

Der Rektor des Naemi-Wilke-Stiftes, Pastor Stefan Süß, begrüßte die Teilnehmenden dieses Fachtages. In seinen einleitenden Worten bedankte er sich für das Vertrauen der vielen Familien und würdigte das fachliche Engagement der Mitarbeitenden.  

Der Fachbereichsleiter für Kinder, Jugend und Familie des Landkreises Spree-Neiße, Herr Dr. Thuns, bedankte sich in seinem Begrüßungswort für die gelungene Zusammenarbeit. Er betonte, dass ihm auch weiterhin eine zukunftsorientierte Kooperation mit den Mitarbeitenden aller Beratungsstellen im Landkreis ein wichtiges Anliegen sei.  

Anschließend nahm Frau Annette Berndt, als erste Leiterin der Beratungsstelle, die Teilnehmenden mit auf eine interessante Reise in die ersten Aufbaujahre der EFB kurz nach der Wende. Diese waren sehr geprägt vom Mut und der Entschlossenheit aller Verantwortlichen.  

Das Fachreferat zum Thema: „Gelingende Bindung als lebenslange Ressource“ wurde von Frau Dipl.-Psych. Bärbel Derksen - Psychologische Psychotherapeutin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Familienzentrum der Fachhochschule Potsdam - gehalten. In lebendiger Weise legte sie dar, dass die Grundlagen für eine sichere Bindung bereits im frühen Kindesalter gelegt werden. Ein feinfühliger Umgang der Eltern mit ihrem Kind ist der wichtigste Einfluss für den Aufbau von Grundvertrauen in Menschen und in das Leben. Kinder, die eine sichere Bindung zu ihren ersten Bezugspersonen aufbauen konnten, erfahren auch als Erwachsene in ihren Beziehungen zu anderen Menschen Sicherheit und Kontinuität.

Bei Kindern dagegen, die eine hochunsichere Bindung zu ihren Bezugspersonen aufbauten, wurden Risikofaktoren für Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten beobachtet.   Aufgabe der Frühen Hilfen, so die Referentin, sehe sie vor allem in der fachlichen Anleitung und Begleitung von Eltern. Eltern, die feinfühlig mit ihrem Kind umgehen, ermöglichen ihm, ein gesundes Selbstvertrauen und Vertrauen in andere Menschen zu entwickeln.  

Im fachlichen Austausch mit den Teilnehmenden vertiefte Frau Derksen einzelne Aspekte ihres Referates im Anschluss. Nach einem exzellenten Mittagessen wurde der Spielfilm „Good Will Hunting“ gezeigt und mit einem Fachbeitrag aus der EFB unterlegt. Anhand der eindrücklichen Geschichte eines jungen Mannes, der als Kind psychisch und physisch misshandelt wurde, wurde unter anderem deutlich, wie schwer es ihm fiel, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen und eigene Entwicklungspotentiale zu nutzen. Mit Hilfe seines einfühlenden Psychotherapeuten gelang es ihm, sich selbst und anderen Menschen mehr und mehr zu vertrauen. Durch diesen Entwicklungsschritt wurde es ihm möglich, sein Leben neu und erfüllter zu gestalten.  

Die Fachkräfte der Region erlebten einen mit reichhaltigen Anregungen gefüllten Tag. Wir Mitarbeiterinnen der EFB danken für einen gelungenen Tag.  

(Das Team der EFB Guben)